GFW Dach

Das westfälische Dachdeckerhandwerk im Zeichen der Sonne

Die Sonne spielte mit, zum Solartag am Dachdeckerzentrum des westfälischen Dachdeckerhandwerks in Eslohe. Am 30. Juni 2011 veranstaltete die Gesellschaft zur Förderung des westfälischen Dachdeckerhandwerks (GFW-Dach mbH) in Kooperation mit dem Bildungszentrum des westfälischen Dachdeckerhandwerks e.V. und dem Innungsverband des Dachdeckerhandwerks Westfalen einen Informationstag ganz im Zeichen der nachhaltigen Nutzung der Sonnenenergie. Angeboten wurden Vorträge und Workshops zu den Themen Photovoltaik und Solarthermie.

Solartag 2011: Fachvorträge zu Photovoltaik und Solarthermie

Die Vortragsveranstaltungen im großen Seminarraum eröffnete Herr Volker Koch von der Fa. Alwitra GmbH & Co., der den anwesenden Teilnehmern die rationellen Möglichkeiten einer gleichzeitigen Verlegung einer Dachabdichtungsbahn mit aufkaschierten Photovoltaikmodulen darstellte. Dadurch entfallen störende und windlastanfällige Konstruktionen zur Aufständerung der Photovoltaikmodule auf flachen und flachgeneigten Dächern.

Alwitra-Stand

Alwitra-Stand im Seminargebäude

Dipl. Ing. Willi Lange aus Arnsberg verdeutlichte im anschließenden Vortrag, auf welche statischen und konstruktiven Gegebenheiten eines Steil- oder eines Flachdaches der Dachdecker achten muss, wenn der Kunde eine Solaranlage auf seinem Dach beauftragen möchte. Besonders anfällig zeigen sich hier mitunter alte Flachdachkonstruktionen, da durch zusätzliche Wärmedämmschichten oder bereits verlegte Sanierungsbahnen, die Lastreserven der Konstruktion nicht mehr groß genug sind. Weiterhin können statische Probleme bei der Unterkonstruktion auftreten, da im Winter die aufgeständerten Konstruktionen zum Verbleib größerer Schneemengen auf einem Flachdach führen.

Die Planung und Ausführung von leistungsstarken Photovoltaikanlagen auf Flachdächern hatte Manuel Schwarzmaier von der Fa. Schletter zum Thema. Anhand vieler repräsentativer Beispiele aus der Praxis zeigte Herr Schwarzmaier auf, mit welchen Konstruktionen sich wirtschaftliche und hoch energiereiche Photovoltaikanlagen auf dem Dach realisieren lassen.

Vortrag

Vortrag im Seminarraum

Dachintegrierte Lösungen für Solarthermie- und Photovoltaikmodule stellte Herr Marc Balsfrenser von der Roto Dach- und Solartechnologie GmbH vor. Die vorgefertigten Module lassen sich mit Hilfe des erprobten Anschlusszubehörs einfach und dauerhaft einbauen und an die Haustechnik anschließen. Herr Balsfrenser erläuterte den interessierten Zuhörern die verschiedenen Systeme der Dachintegration von Solarmodulen zur Heizungsunterstützung bzw. Warmwasseraufbreitung oder der Photovoltaik zur Einspeisung der erzeugten Energie.

Henning Hansen von der Fa. SMA behandelte in seinem Vortrag die Themen der Energiespeicherung und der Möglichkeit des Eigenverbrauchs von photovoltaischer Energie. Sowohl die Speicherung von Energie aus der Sonne als auch die Nutzung des selbstproduzierten Stroms sind wichtige Themen der Zukunft. Mit dem Entschluss der Bundesregierung aus der Atomkraft bis 2022 auszusteigen, werden in den nachfolgenden Jahren viele Modelle der zukünftigen Energieversorgung zu überprüfen sein. Die Speicherung und Eigennutzung des selbst hergestellten Stroms entlastet die Netze und ist das bevorzugte Denkmodell der Zukunft, um die ständig steigenden Energiekosten aufzufangen.

Seminarraum

Kurze Pause zwischen den Fachvorträgen

Zum Schluss der Veranstaltung referierte Dirk Bollhorst von der Dach-Fassade-Holz e.G. Anhand unterschiedlicher, konkreter Beispiele aus der alltäglichen Praxis stellte Herr Bollhorst den Teilnehmern die wichtigen Einflussgrößen einer auskömmlichen Kalkulation und einer attraktiven Preisgestaltung vor. Mit dem Service der Dach-Fassade-Holz e.G. kann sich ein Dachdecker eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für verschiedene Finanzierungsbeispiele anfertigen lassen, die er bei der Vor-Ort-Beratung zur Information an den Bauherren weiterreichen kann. Mit dieser Berechnung kann der Bauherr die monatlichen finanziellen Belastungen oder Erträge und die Rendite seines eingesetzten Eigenkapitals erkennen.

Solartag 2011: Workshops im Solargebäude

Die Vermittlung praktischer Weiterbildungsinhalte erfolgte in den Workshops im modernen Solargebäude des Bildungszentrums des westfälischen Dachdeckerhandwerks e.V.

Herr Friedhelm Wülfing von der Fa. Velux erläuterte anhand eines dachintegrierten Moduls die Möglichkeit mit einem "Dachfenster" solare Energie aufzunehmen und zur Brauchwasser- oder Heizungsunterstützung einzusetzen. Eine Lösung, die weder die Optik des Betrachters beeinflusst, noch aufwendige und auffällige Dachhalterkonstruktionen erfordert.

Photovoltaik-Seminarraum

Vorbereitung des Modell

Einbau

Einbau des Moduls im Solardachpark

Den Einbau und die technischen Hintergrundinformationen zur Photovoltaik erklärte Dirk Kleffmann von der Fa. IQma Energy GmbH & Co KG in seinem Workshop. Im neuen Solardachpark zeigte Herr Kleffmann den Einbau handelsüblicher Montagesysteme für PV-Anlagen. Die für die Beratung des Kunden erforderlichen technischen Informationen konnten die Teilnehmer anschließend in einem Kurzvortrag von Herrn Kleffmann erfahren.

Solardachpark

Dirk Kleffmann, Fa. IQma Energy GmbH & Co KG, mit Workshopteilnehmern im Solardachpark

Photovoltaik-Seminarraum

Vortrag im Photovoltaik-Seminarraum

Die Einbindung einer solarthermischen Dachanlage in das System der Heizung bzw. Brauchwassererwärmung wurde im Workshop von Herrn Witte, von der Fa. Störmann GmbH & Co. KG, behandelt. Herr Witte erklärte anhand der neuen Solarthermieanlage des Schulungszentrums die Bauteile einer Anlage und deren Funktionsweise. Besondere Beachtung findet hier die optimale Abstimmung zwischen Modulgröße, Leitungsgröße, Pumpenleistung und Pufferspeichergröße. Nur wenn alle Faktoren sauber aufeinander abgestimmt sind, können solarthermische Anlagen die maximale Energiemenge für die Nutzung in z.B. Wohnhäusern zur Verfügung stellen.

Abgerundet wurde das Programm durch die Möglichkeit für die Teilnehmer sich über eine Solarversicherung informieren zu können. Herr Piebrock von der Debau stellte sich am Solartag den Fragen der Teilnehmer.

Die Verunsicherung der Solarbranche mit der angekündigten Reduzierung der Einspeisevergütung zum 30.06.2011 war sicher einer der entscheidenden Faktoren für eine deutlich geringere Solarkonjunktur in der ersten Jahreshälfte 2011 im Vergleich zum Vorjahr. Die Solarbranche boomte im Jahr 2010 und rd. 230.000 neue Solaranlagen gingen mit einer Gesamtleistung von ca. 7-8 Gigawatt an das Netz. Obwohl im Frühjahr 2011 ideale Produktionsbedingungen mit vielen Sonnenstunden und geringer Außentemperatur herrschten, blieb der erwartete Zubau der Photovoltaikanlagen im Zeitraum von März-Mai 2011 mit rd. 700 Megawatt unter den erwarteten Schwellenwerten der Bundesregierung mit rd. 875 Megawatt. Damit entfiel die für den Stichtag am 30.06.2011 geplante Senkung der Einspeisevergütung. Bei einer Direkteinspeisung erhält der Betreiber einer Solaranlage bis 30 KW auf seinem Hausdach eine über 20 Jahre garantierte Vergütung in Höhe von 28,74 Cent/kWh.

Besucher am Stand

Teilnehmer informieren sich am Alwira-Stand

Die verhaltene Nachfrage des Marktes spiegelte sich auch in den Teilnehmerzahlen des westfälischen Solartages wieder. Während die Vorträge stets gut besucht waren, zeigte sich ein geringes Interesse an den angebotenen Workshops.

Solartechnik bleibt ein bedeutsames Betätigungsfeld für das Dachdeckerhandwerk

Trotz des momentanen Einbruchs in der Solarkonjunktur wird die Solartechnik aber ein bedeutsames Betätigungsfeld für das Dachdeckerhandwerk sein und bleiben. Die Zukunft des Daches gehört neben der reinen Deckungs- und Abdichtungsfunktion der Aufnahme und Speicherung von solarer Energie. In Kombination mit einem elektronischen Managementsystem zur Steuerung des Energieverbrauchs, kann die nachhaltig produzierte Energie nicht nur kostengünstig produziert, sondern auch wirtschaftlich optimal eingesetzt werden.

Die Gesellschaft zur Förderung des westfälischen Dachdeckerhandwerks wird wichtige aktuelle Entwicklungen der Solarbranche aufgreifen und für die Dachdeckerunternehmen zu diesen Themen interessante Weiterbildungsveranstaltungen anbieten. Nur eine kontinuierliches "Update" des Wissens- und Kenntnisstandes der Betriebsführung und der Mitarbeiter garantiert die Leistungsfähigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und einen mangelfreien Qualitätsstatus des Handwerksbetriebes.

Jürgen Gerbens

Jakobswegwanderer 2015

Premiumseminare der GFW-Dach - Berichte

2016: Mein Jakobsweg

2015: Mein Jakobsweg

2014: Mein Jakobsweg

2012: Monte Rosa-Hütte