GFW Dach

GFW-Dach mbH 014: Crash-Kurs Steildach - Ausführungs-/ Anschluss- und Verklebungskonzeption von Luftdichtheits-/ Dampfsperr- und Winddichtheitsschichten

Ausgehend von der Energieeinsparverordnung und den Anforderungen der Normenreihe 4108 müssen beim Neubau und bei der Sanierung von Gebäuden im Bestand Dächer so geplant und ausgeführt werden, dass der Wärme- und Feuchteschutz der Konstruktionen langfristig gewährleistet wird. Bauphysikalische Erkenntnisse der vergangenen Jahre haben in diesem Zusammenhang gezeigt, dass besonders ein ungeregelter, konvektiver Austausch von Luft und Feuchte zwischen Innenraum und Außenklima in Bauteilen zu erheblichen Bauschäden führen kann. Insofern müssen moderne Steildachkonstruktionen unter Berücksichtigung der aktuellen und künftigen Nutzungen funktionssicher konzeptioniert und erstellt werden.

Aber bereits bei der Planung stoßen viele Architekten an ihre Grenze die einzelnen Funktionsschichten eines Steildaches nutzungsgerecht auszuwählen, zu dimensionieren und die Abfolge der beteiligten Gewerke zu koordinieren. Vermeintlich vereinfachend wird die unzureichende Planung auf den ausführenden Dachhandwerker verlagert, der dann vor Ort auf der Baustelle die Lösung finden soll.

Die unübersehbare Materialvielfalt der geeigneten Bahnen, die große Variationsbreite von bauphysikalischer Anordnung und die Komplexität der Detailgestaltung bereiten den meisten Facharbeitern täglich auf den Steildachbaustellen erhebliche "Kopfschmerzen". Ganz gleich, ob z.B. die Dampfsperre gleichzeitig die Funktion der Luftdichtheitsschicht übernimmt und schlaufenförmig im Gefach oder planeben unterhalb der Sparren verlegt werden soll, jede Ausführung erfordert spezifisches Wissen und Können. Von der Luftdichtheits- über die Dampfsperrschicht bis hin zur Zusatzmaßnahme (Winddichtheitsschicht) muss der Facharbeiter exakte Zuschnitts-, dauerhafte Klebtechniken und passgenaue Formteilherstellungen beherrschen, damit alle Anschlüsse, Abschlüsse und Durchdringungen fachgerecht ausgeführt werden können. Jeder Praktiker, der einmal versucht hat, alle technischen Anforderungen an die einzelnen Funktionsschichten zu 100 Prozent zu erfüllen, weiß, dass dieses nur zu schaffen ist, wenn detaillierte Planung und gewissenhafte Ausführung absolut engmaschig vernetzt sind. Ein einziger Blower-Door-Test kann die Schwachstellen der Dachkonstruktion deutlich machen und zu einer kostenintensiven Nachbesserung führen.

Die Teilnehmer arbeiten im Crash-Kurs an innovativen Steildachmodellen, an denen sich vielfältige Situationen der Bahnentechnologie bei Auf- und Zwischensparrendämmungen simulieren lassen.

Inhalte

  • Anforderungen an Steildachkonstruktionen nach ENEV, DIN 4108 Wärme- und Feuchteschutz und Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks
  • Begriffserklärungen "Luftdichtheit, Dampfdichtheit, Winddichtigkeit"
  • Konstruktionsbeispiele von Dachaufbauten für Dächer im Bestand und Neubau
  • Anordnung und Verlegungsarten von Funktionsschichten
  • Bahnentechnologie – dampfdicht, diffusionshemmend, diffusionsoffen, variabler Sd-Wert
  • Anschluss- und Klebeverbindungen von Funktionsbahnen
  • Verwendung vorkonfektionierter Formteile und handwerkliche Herstellung von bauüblichen Formteilen
  • Anpassen und Einfassen von Anschlüssen, Abschlüssen und Durchdringungen
    • u.a. folgende Detailpunkte: Traufe, Ortgang, Wohnraumdachfenster, Rohr- und Kabeldurchführung, First
  • Visuelle Kontrollen und Dokumentationen von Detailausführungen
Zielgruppe Facharbeiter, Fachgesellen und Vorarbeiter im Dachdeckerhandwerk, die bei Steildächern bahnenförmige Funktionsschichten verlegen
Referent Dachdeckermeister Michael Wolf, Herdecke
Teilnahmegebühr 225,00 EUR zzgl. 19% MwSt.
Arbeitsmittel Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe S3, Zollstock, Bleistift, Faserschreiber 1-4 mm, Folienschere und Klingenmesser
Termin 12.03. - 13.03.2018

jeweils von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Seminar

Anmeldung Seminar 014

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