GFW Dach

GFW-Dach mbH 010: Energiesymposium 2021 - Luftdichte Gebäudehüllen - Nachhaltige Dämmsysteme - Öffentliche Fördermöglichkeiten

Trotz der aktuellen Empfehlungen zur regelmäßigen Lüftung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und der Minimierung der möglicherweise mit Viren belasteten Innenraumluft, ist bei der Erstellung oder der Sanierung einer Gebäudehülle die Luftdichtheit Pflicht. Das fordern sowohl das neue Gebäudeenergiegesetz im § 14 Dichtheit, als auch die DIN 4108-7 und das Merkblatt Wärmeschutz bei Dach und Wand des ZVDH.

Und das nicht ohne Grund! Denn nur, wenn ein wärmegedämmtes Gebäude auch luftdicht ist, kann es auf Dauer energieeffizient sein und den Bewohnern ein behagliches Klima bieten. Leckageöffnungen und Luftspalte in der Konstruktionschale führen zu einer ungeregelten Korrespondenz zwischen dem warmen Innenraum und der kalten Außenluft. Durch nicht berechenbare, konvektive Strömungen geht hier nicht nur teuer erzeugte Wärme verloren, sondern kann auch gasförmige Feuchtigkeit in die Baukonstruktion eindringen und dort zu massiven „Tauwasserschäden“ führen. Die Liste der möglichen Folgeschäden ist lang und furchterregend. Wahrnehmbare "ziehende" Kaltluft in Innenräumen, gesundheitsgefährdende Ansiedlungen von Schimmelpilzen an Oberflächen und zersetzende Braunfäule von Holzkonstruktionsteilen sind die häufigsten schädlichen Auswirkungen einer mangelhaften Luftdichtigkeit.

Voraussetzung für eine regelwerkskonforme Luftdichtung ist eine umfassende, gründliche Planung. Von der Auswahl der einzusetzenden Materialien bis hin zur Ausführung der Anschlüsse und Durchdringungen müssen alle Parameter einer Luftdichtheitsschicht beachtet werden. Doch wie so oft, "steckt der Teufel im Detail": Gerade hier zeigt sich Können und Qualität! Ob Details wie Traufe, Ortgang, Kehlbalkenlage oder Durchdringungen - nur wer die Problematik kennt, kann dauerhaft sichere Lösungen wirtschaftlich planen und dauerhaft sicher ausführen.

Am Beispiel "Flachdach" wird deutlich, wie Konstruktionen durch den Einsatz von auf Bauteile und Einsatzzwecke abgestimmten Luftdichtungsbahnen dauerhaft funktionieren. Systeme mit DiBt-Zulassung (Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik) sind die beste Voraussetzung dafür. Besonders Flachdächer in Holzbauweise sind im Zusamenhang mit Verschattungen, Gründächern oder verschattenden Belägen z.B. Balkonplatten sehr schwierig auszuführen. Selbst kleinste Leckagen oder falsche Materialauswahl der Dampf-/Luftsperre führen zwangsläufig zu massiven Feuchteschäden oder zur völligen Zerstörung der Holzbauteile. Eine gut durchdachte, luftdichte Ebene und ein robuser Regelaufbau geben somit ausreichende Sicherheiten für Planer und Handwerker.

Als weiterer Garant für ein gesundes Wohnklima bietet sich der Einsatz eines Holzfaserdämmstoffes an. Mit dem natürlichen und nachhaltigen Baustoff lassen sich diffusionsoffene Dämmebenen erstellen, die gute Wärme- und Schallschutzwerte erzielen.

Besonders Baubiologen kennen und schätzen die vielfältigen Vorteile dieses Dämmstoffes.

Anhand verschiedener Konstruktionsbeispiele erfahren die Teilneh- mer wie sie Gebäudehüllen im Bestand mit erprobten Dämmsystemen, die die Anforderungen des neuen Gebäudenergiegesetzes erfüllen, versehen können.

Abgerundet wir die Veranstaltung zum Thema "Luftdichtheit der Gebäudehülle" und "Nachhaltige Dämmsysteme" durch einen Beitrag zur öffentlichen Förderung von energieeffizienten Neubau- und Sanierungsmaßnahmen. Hier erfahren die Teilnehmer wie und welche finanziellen Mittel oder zinsgünstige Kredite ein Bauherr bei Kommunen, Landes- und Bundesbehörden beantragen und abrufen kann.

Inhalte

  • Luftdichtigkeit der Gebäudehülle
    • Warum luftdicht bauen?
    • Ursachen und Folgen mangelhafter Luftdichtung
    • Bauphysikalische Grundlagen für sichere Konstruktionen
    • Anforderungen an verwendete Materialien
    • Funktionsfähige Konstruktionsaufbauten für Flachdächer in Holzbauweise
    • Bauseitige Randbedingungen und deren Einfluss auf die Konstruktionswahl
  • Nachhaltige Dämmsysteme
    • auherreninformationen zum Bauprodukt "Holzweichfaser"
    • Arten und physikalische Kennwerte von ökologischen Dämmstoffen aus Holzweichfaser
    • Konstruktionsbeispiele aus der Praxis für Dämmsysteme mit Holzweichfaser
    • Konstruktiver Schutz von zu errichtenden Gebäuden und Sanierungen im Bestand
    • kostenminimierende Planungs- und Kalkulationshinweise für Dämmsysteme mit Holzweichfaser
  • Öffentliche Förderung von baulichen, energieeffizienten Maß- nahmen
    • Aufgaben und Zuständigkeiten des Energieberaters bei öffentlichen Förderungen
    • Aktuelle Förderprogramme und -mittel der KfW bei Einzelmaßnahmen an Gebäuden im Bestand
    • Technische Mindestanforderungen und ergänzende Informationen der KfW bei energieeffizienten Sanierungen
    • Regionale Förderprogramme und -mittel von Städten und Gemeinden
Zielgruppe Führungskräfte, Vorarbeiter und Facharbeiter im Dachdeckerhandwerk (max. 2 Personen je Betrieb)
Referenten
  • Luftdichte Gebäudehüllen: Manfred Röwekamp (Pro Clima)
  • Nachhaltige Dämmsysteme: Tim Zimmermann (GUTEX)
  • Öffentliche Förderungen: Timm Riedel (Bode, Planungsgesellschaft für Energieeffizienz)
Teilnahmegebühr 145,00 EUR zzgl. 19% MwSt.
Arbeitsmittel Schreibzeug
Termine
  • 09.03.2021

von 10.00 Uhr – 15.00 Uhr

Seminar

Anmeldung Seminar 010

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