GFW Dach

GFW-Dach mbH 036: 9. Online-Workshop: Bauphysik – Feuchteschutz für Dach- und Wandkonstruktionen

Mit zunehmender Dichtheit der Gebäudehülle von Wohngebäuden und nicht vorhandenen Lüftungskonzepten nehmen Folgeschäden von zu hoher Luftfeuchte in Wohngebäuden deutlich zu. Eine besonders gefährliche Auswirkung ist die Ansiedlung von Schimmelpilzen an Innenoberflächen. Fehlende Lüftung, falsches Bewohnerverhalten oder auch mangelhafter Wärmeschutz, besonders im Bereich von Wärmebrücken, führen zu einem feuchten, schimmelbegünstigenden Millieu an und in Außenwänden von beheizten Räumen. Schimmelbelastungen treten dabei sowohl im Altbestand aber auch in sanierten und neuen Gebäuden auf. Ein baupysikalischer Nachweis nach DIN 4108-3, dem sogenannten "Glaserverfahren", ist für den angehenden Sachverständigen die Grundlage seiner bauphysikalischen Betrachtung. Nach der Ermittlung der beteiligten Bauteilschichten und ihrer physikalischen Kennwerte, sollte er einen Tauwassernachweis nach "Glaser" führen und bewerten können. Im Gegensatz zu einer hygrothermischen Simulation z.B. mit dem Programm "WUFI" erhält der Sachverständige mit einfachen Eingabewerten eine bewährte Aussage über die bauphysikalischen Wärme- und Feuchteverhältnisse in einer Bauteilkonstruktion. Dieser Nachweis wird seit vielen Jahrzehnten geführt und ist allgemein anerkannt.

Aber das vorab beschriebene "Glaserverfahren" hat dort seine Grenzen, wo feuchtevariable Dampfsperren eingesetzt werden sollen oder komplexe Kombinationen aus verschiedenen Funktionsschichten nachgewiesen werden müssen. Objektspezifisch kann nur dann der Nachweis gelingen, wenn alle auf das Bauteil einwirkenden Parameter berücksichtigt werden können. Mit Hilfe des Programms "WUFI – Wärme Und Feuchte Instationär" wird die Auffeuchtung bzw. Austrocknung der Dachkonstruktion über Tage, Monate und Jahre digital simuliert.

In einem Fachvortrag am 02.12.2021 wird ein versierter Fachmann der Bauphysik das Programm "WUFI" anhand von Fallbeispielen aus der Praxis vorstellen. Die Vortragsinhalte sind von besonderer Bedeutung für den angehenden Sachverständigen, um verschiedene Berechnungsverfahren zu kennen und die Ergebnisse der Nachweise deuten zu können.

Besondere Beachtung sollten Bauteile erfahren, die auf der Außenseite unbelüftete Funktionsschichten mit höheren Sperrwerten aufweisen. In Verbindung mit einer "dichten" Dampfsperre auf der Innenseite und zwischen den Schichten liegenden Holzsparren der Konstruktion, erweisen sich diese Dächer in "Holzbauweise" als sehr schadensträchtig. Die DIN 68800-2 Holzschutz fordert daher für diese Dächer einen pauschalen, konvektiven Feuchtezuschlag bei der bauphysikalischen Berechnung nach "Glaser" oder einen Nachweis durch eine objektbezogene, hygrothermische Simulation.

Der angehende Sachverständige sollte auf der Grundlage der gewonnenen, bauphysikalischen Kenntnisse im Laufe seiner Tätigkeit ein empfindsames "Bauchgefühl" entwickeln, um verschiedene Konstruktionen schadensermittelnd bewerten und bei der Sanierungsplanung erfolgreich begleiten zu können.

Inhalte

  • Grundlagen des Feuchteschutzes: u.a. Diffusion, Konvektion, Maßeinheiten
  • Die maximale und die relative Luftfeuchte
  • Taupunkt, Taupunkttemperaturen und die Entstehung von Kondensat an und in Bauteilen
  • Begriff und Berechnung des sd-Wertes
  • Begriffsdefinitionen: diffusionsoffen, -bremsend, -hemmend, -sperrend und diffusionsdicht nach DIN 4108-3
  • Vermeidung schädlicher Tauwasserbildung im Innern von Bauteilen
    • Nachweisfreie Bauteile
    • Rechnerischer Nachweis
  • Tauwassernachweis und Bewertung diverser Konstruktionen nach Glaser
  • Entstehung und Arten von Wärmebrücken
  • Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 und frsi-Temperaturfaktor
  • Beiblatt DIN 4108– Wärmebrückenkatalog
  • DIN-Fachbericht 4108-8 – Vermeidung von Schimmelwachstum in Wohngebäuden
  • Schadhafte Konstruktionsbeispiele für Dächer in Holzbauweise
  • Austrocknungsprinzipien und nachweisfreie Konstruktionen nach DIN 68800, DIN 4108 und Merkblatt Wärmeschutz bei Dach und Wand

Rechnerischer Nachweis mit "WUFI" – hygrothermische Simulation

  • Nachweisverfahren für den Feuchteschutz bei Gebäudehüllen
  • Ein und zweidimensionaler Nachweis des Wärme– und Feuchtetransportes in Bauteilen mit "WUFI"
  • Objektspezifische Einflußfaktoren u.a. Gebäudeparameter, Einbaufeuchte, Farbe des Daches, Orientierung, Absorptionsgrad, Verschattung, uvm.
  • Typische Fallbeispiele aus der Praxis
  • Deutung der Berechnungsergebnisse
Veranstaltungsort "Zoom" Online-Schulung, vor der Veranstaltung wird ein Konferenzlink zur Einwahl in die Schulung per Mail zugesendet
Referenten
  • DDM Jürgen Gerbens, GFW-Dach mbH
  • Markus Hemp, Anwendungstechnik, Dörken GmbH & Co.KG
Teilnahmegebühr 285,00 EUR zzgl. 19% MwSt.
Teilnehmeranzahl mind. 3 Teilnehmer, max. 5 Teilnehmer
Arbeitsmittel EDV-Arbeitsplatz, Laptop oder Tablett mit Webkamera, Mikrofon und Lautsprechersystem
Termin 01./02.12.2021

jeweils von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr